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Deutschland - Ergebnis des Referendums überraschend, Reaktion der Märkte nicht

Deutschland - Ergebnis des Referendums überraschend, Reaktion der Märkte nicht

Die Tage des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland in der Europäischen Union sind gezählt. Das Vereinigte Königreich war seit 1973 EU-Mitglied, dem Ergebnis des gestrigen Referendums nach weist jedoch alles darauf hin, dass es die Europäische Union spätestens 2018 verlassen wird. Für den Austritt aus der EU sprachen sich die Bürger von England und Wales aus, für den Verbleib in der EU dagegen die Bürger Nordirlands und Schottlands.

Das Ergebnis des Referendums kündigt sehr wahrscheinlich eine aufkommende Zeit der Unsicherheit an den Finanzmärkten an, die sich durch eine hohe Volatilität und eine Flucht aus risikoreichen in sichere Aktiva auszeichnen wird. Die „Flucht in die Sicherheit“ sehen wir auf den Märkten übrigens bereits jetzt, da die so genannten „Safe Haven“-Währungen, wie US-Dollar, japanischer Yen oder Schweizer Franken, stärker werden.

Für das Vereinigte Königreich beginnt jetzt eine zweijährige Übergangszeit, während der die Verhandlungen über eine Neuordnung der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union laufen. Bei den Verhandlungen wird es unter anderem um den Handel gehen, den Arbeitsmarkt und die Verankerung der europäischen Gesetzgebung in der britischen Rechtsordnung.

Während das Ergebnis des Referendums vor dem Hintergrund der vorangegangenen Wählerbefragungen als Überraschung gewertet werden kann, so war die Reaktion des Marktes auf den Brexit vorhersagbar. Das britische Pfund befindet sich seit den frühen Morgenstunden unter starkem Verkaufsdruck. Gegenüber dem US-Dollar verlor es bis unter die Marke von 1,33 USD/GBP, was den schwächsten Wert der britischen Währung seit 1985 bedeutet. Kräftig verloren hat das Pfund auch gegenüber dem Euro: 0,83 GBP/EUR ist der schwächste Wert der britischen Währung seit April 2014. Nach 8 Uhr schaffte es das Pfund jedoch, einen kleineren Teil des Verlustes wieder gutzumachen. Mit Sicherheit kann im Laufe des Tages noch mit kräftigen Bewegungen bei der britischen Währung gerechnet werden.

Auf kurze Sicht einiger Wochen kann der Euro gegenüber dem US-Dollar wegen der angespannten Atmosphäre an den Finanzmärkten unter Verkaufsdruck bleiben. Umgekehrt können weitere Gewinne der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem britischen Pfund nicht ausgeschlossen werden. Derzeit lässt sich nicht ganz eindeutig sagen, wie groß die negativen Auswirkungen des Brexit auf die deutsche Wirtschaft sein werden. Viel wird diesbezüglich von der Ordnung der neuen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union abhängen.

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